Flavours At An Exhibition



Dharana - Gallery Of Flavours
(1995, SynGate DACD 1995)

1. Centreville
2. No Choice
3. Gallery Of Flavours
4. Impart
5. The Cascade
6. Weird Tales (dedicated to H.P. Lovecraft)   
7. Brickworks
8. Night Line
9. Aural Flight

4.51
7.12
5.20
12.32
3.20
14.26
3.51
7.02
12.12

 


Synrise (D)

Dharana beweisen einmal mehr, daß sphärischer Musik kein Zehntausende Mark kostendes Equipment zugrunde liegen muß. Mit für den Kenner eher bescheideneren Mitteln zeigen die Drei von Dharana, was man alles aus seinen Synthesizern und Samplern herausholen kann. Ich habe alles erwartet, aber keine derartigen sphärische Klangeskapaden. Dem programmiertechnischem Können der Dharaner ist es zu verdanken, dass in großen Hallräumen Vangelis-ähnliche Gebilde entstehen, die zeitweise an "Soil Festivities" von eben jenem Griechen erinnern. Letzteres ist eines meiner Lieblingswerke in der Vor-1492-Zeit - hier bekommt man von Dharana den zweiten Teil zu hören.
Daß aber auch Jarre und Kraftwerk ihren Einfluß hinterließen, läßt sich ebenfalls dann und wann erahnen. Erahnen deshalb, weil Dharana mit ihrem sehr wechselhaften Stil von ausgetretenen Pfaden abweichen. Da sind durchaus kompositorische Kleinodien zu hören. Wie man sie erkennt? Ganz einfach: wenn eine Melodieführung anders verläuft, als man es sich nach 10 Stunden Techno-Konserve hätte vorstellen wollen. Und genau das sind die Momente, die ich aufregend finde und die zum Hinhören einladen.
"A Gallery of Flavours" hätte ich mir auch sehr gut als Filmmusik vorstellen können. Ich assoziiere dabei Bilder wie "dunkelblau", "Ozean", "treibende Eisschollen" oder "Antarktis". Klingt düster? Nun ja, Dharana beschreiten einen Weg fernab von den schon erwähnten Pfaden - aber dennoch ohne dabei langweilig zu wirken. Die Assoziationen entstehen nicht zuletzt durch die hervorragende Umsetzung von Hallräumen
und makelloser Produktion. Und als dann zu guter letzt der Gast-Gitarrist Guido Kober in die Saiten greift, fühlt man sich unlängst an gute alte Tangerine-Dream-Tage erinnert, als Froese Senior noch selbst die Saiten befingerte. Der Name des Albums ist Programm, denn Dharana bietet hier wirklich eine Gallerie der Geschmäcker.

Stephan Dargel, October 1998



(c) 1995 by Jürgen Geiger, Ulrich Wössner & Frank Kober







    Dharana
O Gallery Of Flavours
O
Inorganic Waves
O Metro-Pole

label/distribution
O SynGate

website

O www.dharana.de