Alien
Nature + T M A - Medusa
(2009, SynGate
CD-R 2146)
Guts Of Darkness
(CAN)
The French Magazine of Dark & Experimental Music
What a lucky finder and a pleasant surprise this Alien Nature/ TMA’s collaboration. Medusa is a magnificent album. A long musical piece segmented in 9 acts which succeed on one to another between spatial lifelessness and hypnotic rhythms. A music which moves smoothly and gets entangled in its loops and which embraces progressive rhythms which pound randomly under suave fragrances of a Berlin School prowling between the opposites of its roots.
Awakening starts this long cosmic journey with weighty and intriguing reverberations. A heterogeneous sound burst where sounds take strange guttural forms, in a metallic and biting musical universe. A lugubrious and cold intro, where metal complains under fine synthesized radiances, which is melting in the first stammering sequences of Backyards. Initially, the sequence flows as arrhythmic palpitations under chloroformed cymbals. Quietly she permutes with a harmonious musical crescendo, encircled by another hiccoughing sequence supported by fine percussions which structures an increasing rhythm. The movement develops gently. Sweetness pearl of a hypnotic Berlin School style which overlaps a languishing pace, harmonized by a foggy flute. A magnificent piece of music which reminds the rebirth area of Berlin Scool, with Mergener / Weisser.
Dreamland floats with heaviness thanks to its circular loops which cross slow, deviant and undulate layers. An ambient track which sways till the fine strummed keys that are mixing to a fine acid rain at Flying Cities opening. A melancholic intro which loses its feels in the jolts of a sequence with nervous palpitations. The movement increases with the arrival of percussions which subdivide their striking with anvil tones besides a synth which blows beautiful lyrical solos. Solos those become symphonic, dropping fine vocal threads, on a heavier and more musical structure. The Forest dips us back into a quieter universe. A serene atmosphere flooded of metallic streaks that fly over this atmospheric limpness before diving with biting reverberations towards Traveller and its nervous intro to agitated pulsations of echotic nervousness. A title in the same lineage as Dreamland, with good solos and rhythm permutations that charm and hook the hearing. Landscape is a short prelude to the title track which stretches the atmospheric side, before releasing its galloping sequences on soft and very musical synth half spectral, half bewitching breaths. A superb intro which gradually increases its tempo, with good percussions, borrowing an almost dramatic approach with its melancholic synthesized hooting. Medusa is a magnificent track. Hypnotic, the movement is minimalism and gallops with a harmonious musical elegance, under a juicy synthesized rain. A jewel of tenderness which withdraws under the ambient and atmospheric strings of Returning.
You doubtless understood it, Alien Nature and TMA’s Medusa d' is a small masterpiece of EM, Berlin School style. An album where cosmic tenderness is bound to a mix of heavy and light rhythms, with a poetic and harmonious concern that worth a lot of listening. This is hardly surprising when we know Wolfgang Barkowski’s musical works. Him who always produced excellent opuses, in solo or with Lambert Ringlage in Hypnosphere. Sylvain Lupari (Phaedream), 2009
Progessive Newsletter (D)
Klären wir zunächst einmal den Namen auf. Es handelt sich hier um ein
Duo, bestehend aus Wolfgang Barkowski, der sich auch Alien Nature nennt
und unter diesem Namen schon auf einige Veröffentlichungen zurückblicken
kann, sowie Torsten M. Abel, der sich das nachvollziehbare Kürzel T M A
zugelegt hat.
Beide bedienen ein Arsenal an Synthesizern und erweisen sich als recht
einfallsreich, was das Erzeugen von Soundcollagen betrifft. „Medusa“
enthält insgesamt neun Titel, die Spielzeiten schwanken zwischen 3 und 16
Minuten, wobei es sich beim Longtrack um den Titelsong handelt. Bei den
beiden Soundkünstlern hört man zwar gelegentliche Einflüsse der
Berliner Schule heraus, auch melodiöse Parts sind durchaus vorhanden.
Doch geht es hier nicht zuletzt um stimmungsvolle Atmosphären, die durch
behutsamen Aufbau von Soundcollagen, Sequenzen und sphärischen Klängen
entstehen. Das 12-minütige „Backyards“ zeigt beispielhaft, wie dies
bei diesem Duo funktioniert – ein sehr gelungener Titel!
Medusa ist sicherlich kein Easy Listening Elektronikalbum, vielmehr sollte
ein potenzieller Interessent sich auch auf etwas experimentellere Parts
einlassen können, ohne dass dabei jedoch befürchtet werden muss, dass
der Melodieanteil völlig aus den Augen verloren wird.
Die beiden Elektronikmusiker Wolfgang Barkowski, der unter dem Pseudonym
Alien Nature seine Musik veröffentlicht und Torsten M. Abel, der seine
Initialen als Projektnamen nutzt, haben mit der Anfang 2009 bei SynGate
erschienenen CDR „Medusa“ ihre erste gemeinsame Veröffentlichung als
Duo vorgelegt. Die beiden haben sich im Rahmen des Musikprojektes Ambient
Circle, dabei handelt es sich um eine Gruppe von Elektronikmusikern, die
sich im Ruhrgebiet zusammengeschlossen hat und bei regelmäßigen Treffen
in Sessions zusammenspielen, getroffen und schnell gemerkt, dass sie
musikalisch auf einer Wellenlänge liegen. Die
beiden machten einige Testsessions, in denen sie ihre Zusammenarbeit
ausprobierten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch schon das Grundgerüst für
das Material, was nun auf CDR vorliegt, erarbeitet. Durch den Einsatz von
analogem sowie digitalem Equipment ist eine sehr schöne sphärische Platte
entstanden, die den Hörer, ganz wie auf dem Cover zu sehen ist, in die
weiten des Alls entführt.
Die CD startet mit „Awakening“ das zunächst sphärisch / bedrohlich
klingt. Vor meinem geistigen Auge spielen sich dabei Szenen aus den
Alien-Filmen ab. Das ist für mich pures Kopfkino. Langsame Harmoniezüge
fliegen durch den Raum und lassen den Hörer in eine futuristische Szenerie
abdriften. Die Stücke gehen nahtlos ineinander über, so dass der Eindruck
einer langen Reise entsteht, von der man erst nach mehr als 76 Minuten
wieder in die Realität zurückgebeamt wird.
„Backyards“ verbindet warme elektronische Flächen mit Rhythmussequenzen
und eingestreuten elektronischen Effekten. Im späteren Verlauf kommen dann
noch Melodielinien hinzu. Auch „Dreamland“ klingt futuristisch, es wirkt
aber durch die Sounds etwas kälter und steriler. Melodien finden sich bei
diesem Stück nicht, die beiden erstellen mit ihren Klangkaskaden eher
Stimmungen, die wieder einen Soundtrack assoziieren.
War „Dreamland“ noch etwas unterkühlt, so sorgt „Flying Cities“ mit
einer Art Wellenrauschen und einer zarten Synthiemelodie, die über Flächen
gelegt ist, für eine sehr schöne relaxte und wohlige Stimmung. Nach etwas
mehr als einer Minute kommt dann aber ein rhythmischer Part mit einer
weiteren, sehr schönen Melodie zum Vorschein. Dieser Track gefällt mir
sehr gut.
In „The Forest“ hab ich aber schon wieder das Bild eines fliegenden
Raumschiffes vor mir. Auch die an einen Wald erinnernden, eingewobenen Geräusche
können mir da kein anderes Bild vermitteln. Aber was der Hörer bei einem
Stück empfindet, kann ein Titel eh nicht immer beeinflussen. Das folgende
„Traveller“ lässt die Synthies flirren und setzt wieder eine Melodie
darauf. Das ist ebenfalls ein Track, der mich voll überzeugt. Wie schon
zuvor, kommt nach einem melodischen Track wieder ein eher sphärisches,
Stimmung erzeugendes Stück. „Landscape“ bietet wieder diese
futuristische Atmosphäre, die – wie oben schon erwähnt – das geistige
Auge soundtrackmäßig mit Bildern versorgt. Das Titelstück hat dann wieder
eine Melodie, allerdings gefallen mir die vorhergehenden melodiösen Stücke
besser. Mit „Returning“ fliegen wir wieder atmosphärisch in die Realität
zurück.
„Medusa“ von Alien Nature + TMA ist ein gelungenes Debüt, was sowohl
die Freunde sphärischer Klangmalereien, wie auch die Hörer melodiöser
Elektronik bedient. Man kann auf weitere Veröffentlichungen dieses viel
versprechenden Duos gespannt sein.