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Progessive Newsletter (D)
Das Pseudonym Traumklang hat sich die Elektronikkünstlerin Carola Kern zugelegt.
An dieser Stelle seien drei ihrer bei Syngate erschienenen Alben besprochen.
Den Anfang macht „Beyond the surface“. Das Album beginnt mit recht sphärischen Klängen, doch spätestens mit
dem zweiten Titel zeigt Carola Kern, dass sie in der Lage ist, schöne Synthi-Melodien in eine sphärische Klanglandschaft
einzubinden. Der Einsatz des analogen Equipments erinnert mich an späte 70er EM, Einflüsse der klassischen
Berliner Schule sind ebenfalls nicht zu überhören. Gerade in den längeren Titeln werden die sphärischen Landschaften
behutsam aufgebaut. Wer diese Art der langsamen Entwicklung in der elektronischen Musik mag, wird gute
Chancen haben, Gefallen an diesem Album zu finden.
"Raumzeit" - Hier geht Frau Kern alias Traumklang – in Zusammenarbeit
mit dem Elektronikkünstler Frank Klare - in Sachen Sphärenklänge noch einen Schritt weiter. Gab es auf „Beyond
the surface“ durchaus auch melodiöse Synthiparts, so geht es auf diesen gerade mal zwei Titeln (Teil 1 macht satte 55
Minuten aus) ausschließlich sphärisch zur Sache. Hier hat man gleich verloren, wenn man auf elektronische Ohrwürmer
wartet, hier ist ausschließlich Atmosphäre angesagt. Wenn man genau dieses erwartet und auch hören möchte,
mag man mit diesem Album richtig liegen, für meinen Geschmack passiert hier insgesamt allerdings zu wenig.
Es geht weiter mit Teil 2 der Raumzeit – Interpretationen von Frau Kern. Diesmal werden
die über 70 Minuten Spielzeit nicht auf zwei monströs lange Titel verteilt, sondern
auf insgesamt acht Nummern mit Spielzeiten zwischen 4 und 18 Minuten. Es fällt auf, dass jetzt etwas
mehr Tempo ins Spiel kommt, das Thema Rhythmus spielte auf Teil 1 ja eigentlich fast gar keine Rolle. Auf dem Eröffnungstrack,
dem 18-minütigen „Zeit-Raum-1“ geht es recht rhythmisch zu, gelegentlich werden dezente Mellotronchöre
eingesetzt. Im weiteren Verlauf wird eine Art Mittelding zwischen „Beyond the surface“ und „Raumzeit“ geboten. Insgesamt
recht gefällig; an den ersten vier Titeln waren übrigens auch Sabine und Frank Klare beteiligt.
Jürgen Meurer, 2009
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